DÜSSELDORF – Mit der Veranstaltung *„7 Regionen, 7 Farben: Eine anatolische Hochzeitsgeschichte“* präsentierten das Kölner Yunus-Emre-Institut, das türkische Generalkonsulat Düsseldorf und der Verein UCC e.V. die vielfältigen Hochzeitstraditionen Anatoliens in einem eindrucksvollen Zusammenspiel aus Wissenschaft, Musik und visueller Kunst.
Unter der künstlerischen Leitung und musikalischen Gesamtverantwortung von Aynur Cronauer entwickelte sich der Abend weit über ein klassisches Konzert hinaus: Ausstellung, Vortrag und musikalische Erzählung verschmolzen zu einem umfassenden Kulturprojekt, das beim Publikum auf großes Interesse stieß.
AKADEMISCHER AUFTAKT: DIE KULTURELLE TIEFE ANATOLISCHER HOCHZEITEN

Eröffnet wurde die Veranstaltung mit einem Vortrag von Prof. Dr. Nurettin Gemici zum Thema „Anatolische Hochzeiten“. Darin beleuchtete er die jahrhundertealten Traditionen Anatoliens und zeigte auf, wie diese Rituale bis heute gesellschaftliche Bindungen stärken und kulturelle Identität bewahren.
Ein besonderer Höhepunkt des Abends war zudem die Ausstellung *„Aus der Truhe Anatoliens“ aus der privaten Sammlung von Aynur Cronauer. Im Foyer wurden historische Brautkleider und traditionelle Hochzeitsgewänder aus verschiedenen Regionen Anatoliens präsentiert – teils über hundert Jahre alt. Die detailreichen Stücke gaben faszinierende Einblicke in die Handwerkskunst und das ästhetische Verständnis anatolischer Frauen vergangener Generationen.
EINE MUSIKALISCHE REISE DURCH SIEBEN REGIONEN

Im Anschluss entführte der Aynur&3K-Chor das Publikum auf eine musikalische Reise quer durch die Türkei. Erzählt wurde die Liebesgeschichte der jungen Ali und Ayşe, die symbolisch sieben Regionen Anatoliens miteinander verband.
Von den Zitrusgärten des Mittelmeers über die verschneiten Wege Ostanatoliens, von den lebhaften Dörfern Thrakiens bis zu den Zeybek-Plätzen der Ägäis spannte sich ein emotionaler Bogen aus Volksliedern, Tanz und Erzählung.

Besondere Aufmerksamkeit erhielt der Chormitglied Dönem Avcı, der das Volkslied „Deriko“ in Gebärdensprache begleitete und damit eindrucksvoll zeigte, dass Kunst keine Grenzen kennt. Chorleiterin Aynur Cronauer bewegte das Publikum zudem mit ihrer Solo-Interpretation von „Ayletme Beni“, die für einen der emotionalsten Momente des Abends sorgte.
Mit den rhythmischen Klängen Thrakiens, einer Hommage an Rüştü Asyalı und dem mitreißenden Horon-Tanz der Schwarzmeerregion fand der Abend seinen kraftvollen Abschluss.
Die Veranstaltung brachte die in anatolischen Truhen bewahrte kulturelle Erinnerung, ihre musikalische Seele und die lebendige Hochzeitsfreude bis ins Herz Europas – und hinterließ beim Publikum einen bleibenden Eindruck. Reporter Online/ DÜSSELDORF




