
DÜSSELDORF- In Düsseldorf wurde erstmals ein Türkisches Filmfestival veranstaltet. Organisiert wurde das Festival vom Türkisch-Deutschen Kultur- und Kunstverein Nordrhein-Westfalen unter der Schirmherrschaft des Türkischen Generalkonsulats Düsseldorf.
Der noch junge Verein unter dem Vorsitz von Murat Gürvardar brachte am Wochenende im CineStar Düsseldorf Filmschaffende und Kinobegeisterte zusammen. Zur Festivalgala reisten unter anderem die bekannten Schauspieler Hülya Koçyiğit und Cem Davran sowie mehrere Regisseure und Produzenten aus der Türkei an.

Bei der Pressekonferenz vor der ersten Filmvorführung wurde gefragt, warum gerade Düsseldorf als Austragungsort gewählt wurde. Vereinsvorsitzender Murat Gürvardar erklärte, dass ein türkisches Filmfestival in Nordrhein-Westfalen, dem Bundesland mit der größten türkischstämmigen Bevölkerung Deutschlands, bislang gefehlt habe. Ziel sei es, den kulturellen Austausch zu stärken und das Publikum in Deutschland mit aktuellen Produktionen des türkischen Kinos zusammenzubringen.

Darüber hinaus solle das Festival die internationale Sichtbarkeit türkischer Filme erhöhen und einen Beitrag zur kulturellen Diplomatie zwischen Deutschland und der Türkei leisten.
Am ersten Festivaltag wurde der Film „Hayat“ mit Cem Davran gezeigt. Weitere Produktionen im Festivalprogramm waren „Bildiğin Gibi Değil“, „Mutluyuz mu“, „Cam Sehpa“, „On Saniye“ sowie „Bir Zamanlar Gelecek“.
Der einzige Dokumentarfilm des Festivals war „One Fire“ der finnischen Regisseurin und Autorin Terhi Ahava. Der Film beschäftigt sich mit der Geschichte der Theosophie-Bewegung und ihren Ideen.
Kunst stärkt kulturelle Verbindungen

Im Rahmen des Festivals stellte sich die Grande Dame des türkischen Kinos, Hülya Koçyiğit, den Fragen der Journalisten. Die Schauspielerin betonte, dass Deutschland für sie einen besonderen Stellenwert habe und viele ihrer Filme eng mit dem Leben türkischer Migranten verbunden seien.
Besonders erinnerte sie an den Film „Almanya Acı Vatan“, der auf zahlreichen internationalen Festivals gezeigt wurde. Während der Dreharbeiten habe sie die Lebensrealität der Menschen in Deutschland, ihre Hoffnungen, Erwartungen und Herausforderungen aus nächster Nähe kennengelernt.
Koçyiğit unterstrich die wichtige Rolle von Kunst und Kultur für den Erhalt gesellschaftlicher und kultureller Bindungen. Neben Theater und Malerei trage insbesondere auch das Kino dazu bei, Menschen miteinander zu verbinden.

„Das Kino ist eine universelle Sprache, die den Menschen den Menschen erzählt“, sagte Koçyiğit. Deshalb müsse die Gesellschaft den Künsten mehr Raum geben.
Besonders bewegt sei sie, wenn sie junge Menschen treffe, die in Europa geboren und aufgewachsen seien. Einige hätten ihr erzählt, durch ihre Filme Türkisch gelernt zu haben. Dies erfülle sie mit großer Freude.
„Wir müssen einander näherkommen und uns stärker miteinander verbinden. Solche Festivals sind wichtige Brücken zwischen den Menschen“, erklärte Koçyiğit. Reporter Online/ Hülya Sancak- DÜSSELDORF
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